Über Jamtli


Die Geschichte von Jamtli

Das Freilichtmuseum Jamtli wurde 1912 eröffnet, seine Geschichte reicht jedoch noch weiter zurück. Die „Jämtland läns Fornminnesförening“ (Stiftung zur Erhaltung des Kulturerbes der Provinz Jämtland) wurde bereits 1886 gegründet. 1908 entstand mit Jämtslöjd eine ähnliche Organisation im Bereich Kunsthandwerk, und die beiden setzten sich gemeinsam für die Einrichtung eines Museums in Östersund ein.
Vier Jahre später wurde das auf günstig gepachtetem Gemeindeland am westlichen Stadtrand errichtete Freilichtmuseum offiziell eröffnet. Für seine Namensgebung veranstaltete man einen öffentlichen Namenswettbewerb, bei dem der Name Jamtli ausgewählt wurde. In den ersten Jahren bestand die Aufgabe von Jamtli hauptsächlich darin, historische Gebäude und Gegenstände auf dem Gelände zusammenzutragen und auszustellen, und es fanden Kurse für Volkstanz, Handwerkskunst und Volksmusik statt. Ziel war es, Traditionen lebendig zu erhalten, die durch die zunehmende Industrialisierung zu verschwinden drohten.

Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts schließlich begann der Bau eines richtigen Museums. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man die historischen Gebäude und verschiedene andere Standorte in der Stadt für die Ausstellungen genutzt. Das neue Museum war dem Stil der Wasa-Burgen aus dem 16. Jahrhundert nachempfunden und huldigte mit seiner grandiosen Architektur dem regionalen Kulturerbe und seiner Bedeutung für das Land. Es eröffnete 1930 mit Ausstellungen von Textilien und archäologischen Funden. Hauptattraktion waren die Överhogdal-Wandteppiche aus der Wikingerzeit. Auch war von Anfang an eine Abteilung für Kunst eingerichtet.
In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts fing man an, Aktivitäten im Freien für Kinder zu organisieren, die Vorläufer der Erlebnispädagogik, für die Jamtli heute bekannt ist.
1953 fand der erste Mittwochstanz, Jamtlikväll (Jamtli-Abend) genannt, auf dem Freilichtgelände statt. Die Tanzabende erfreuten sich zunehmender Beliebtheit und wurden bis 1979 weitergeführt. Zu Anfang eher für Familien gedacht, richteten sich die Veranstaltungen dann aber nach und nach mehr an ein junges Publikum. Diese Entwicklung blieb nicht ohne Folgen: das Gelände wurde so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass manche historischen Gebäude zum Schutz sogar mit Stacheldraht abgezäunt werden mussten.


Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts waren die Gebäude sichtlich restaurierungsbedürftig und das Aktionsprogramm musste neu überdacht werden.

1974 schließlich wurde das Museum in eine Stiftung umgewandelt, deren Vorstand aus Vertretern des Provinziallandtags, der Kommune Östersund, des lokalen Kulturvereins Heimbygda und der Kunststiftung Jämtland gebildet wurde.

Zu dieser Zeit kamen auch alternative pädagogische Konzepte auf und man fing an, die Bedeutung des Museums im gesellschaftlichen Kontext neu zu überdenken. Historische Gebäude und Gegenstände - bislang nur Studienobjekte zum Betrachten und Bestaunen - wurden jetzt aktiv in den Museumsbetrieb integriert und in ihrem historischen Kontext dargestellt. Das neue Konzept der lebensnahen Geschichtsdarstellung brachte frischen Wind nach Jamtli. 1984 startete man den ersten Versuch, den historischen Gebäuden mit Amateurdarstellern Leben einzuhauchen und den Alltag, die Arbeit und die Sprache der Menschen von damals real nachzustellen. Die so genannten „Jamtli Historienspiele“ (Jamtli Historieland) sind seither die absolute Hauptattraktion des Museums während der Sommersaison.

Für dieses moderne Jamtli erwies sich das Museumsgebäude von 1930 als nicht mehr sehr geeignet. 1990 wurde deshalb mit dem Bau eines neuen, modern ausgestatteten Museums begonnen, das fünf Jahre später mit einer Reihe neuer Ausstellungen über die Kulturgeschichte der Provinz Jämtland seine Pforten für die Besucher öffnete.
Die Investition trug Früchte - Jamtli ist heute eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Region. Die letzten Jahre brachten ihm den Stora Turismpriset 2000 (schwedischer Tourismuspreis), den Preis für kindergerechte Tourismusangebote 2006 und andere Auszeichnungen ein.

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Jamtli, P.O. Box 709, SE-831 28 Östersund, Tel. +46 63 15 01 00 /10