Landwirtschaft und Vieh

Ladugården gehört zum Näsgården-Hof – es sind Stallungen und Scheune, wie sie um 1895 in etwa ausgesehen haben. Während der Historienspiel-Saison wird die Szenerie durch die Tiere und Darsteller historischer Figuren zum Leben erweckt. Den Rest des Jahres über ist das Vieh in den Stallungen, die Besucher können hineingehen und dort Interessantes über die Tierhaltung und Landwirtschaft der damaligen Zeit erfahren. Sogar beim Melken lassen wir uns über die Schulter schauen.
Auf den Höfen in Jamtli sehen Sie ausschließlich alte schwedische Viehrassen, die schon seit Jahrhunderten gezüchtet werden. Sie sind robust und an die im nordischen Klima wachsenden Futterpflanzen angepasst. Viele dieser traditionellen Rassen sind vom Aussterben bedroht und Jamtli trägt zu ihrer Erhaltung bei.

Nordschwedische Pferde

Das Nordschwedische Pferd ist neben dem Gotland-Pony die zweite nationale schwedische Pferderasse. Die Rasse in ihrer heutigen Form ist erst ein Jahrhundert alt, ihre Wurzeln jedoch reichen mehrere hundert Jahre zurück. Im 19. Jahrhundert wurden schwere sowie leichtere Pferde aus dem Süden mehr oder weniger willkürlich mit dem traditionellen Pferd gekreuzt. Tiere, die noch über die ursprünglichen Eigenschaften verfügten, wurden selten. Um 1900 wurde deshalb ein Projekt zur Erhaltung des original Nordschwedischen Pferds ins Leben gerufen.

Heute gehört die Rasse zu den Kaltblütern und kann 154-157 cm groß werden. Die Pferde sind sowohl als Reit- als auch Zugtiere geeignet.
Jamtli beherbergt derzeit drei Nordschwedische Pferde:
Una, Blacka und Rimma.
Blacka
Una
Rimma

„Fjällko“, die Bergkuh

Im Jahr 1892 wurde die Bergkuh offiziell zur bestgeeigneten Rasse für die Bedingungen in Nordschweden erklärt. Eine Krise der Rassengenetik Ende des 20. Jahrhunderts machte die Kreuzung mit anderen Milchkuhrassen notwendig. Das Projekt zur Rettung der Bergkühe („Projekt Rädda Fjällkon“) wurde ins Leben gerufen. Gemeinsam mit dem WWF wurde mit dem Sperma reinrassiger Bullen die Grundlage für eine Genbank geschaffen.
Die Bergkuh ist eine typische Milchkuhrasse. Früher war es vor allem wichtig, dass die Tiere schnell Fett ansetzten, um die langen, dunklen Winter zu überleben. Ihr Fleisch spielte dabei keine besondere Rolle. Die „Fjällko“ ist relativ klein und wiegt durchschnittlich 430 Kilo. Sie hat kräftige Beine und widerstandsfähige Hufe, die ihr das Weiden auf schwierigem Gelände erlauben. Durchschnittlich gibt eine Bergkuh etwa 5500 kg Milch pro Jahr. Im Dezember 2006 zählte der offiziell registrierte Bestand 1498 männliche und 3758 weibliche Tiere. Drei Tiere der Bergkuhrasse sind in Jamtli beheimatet. Sie heißen Snäcka, Svarta und Krusidull.
Svartas Kalb Fjällros wurde am 6. März 2007 geboren.

Jämtgeten

Diese traditionelle Ziegenrasse ist hervorragend an die extensive Form der Landwirtschaft angepasst, wie sie in Jämtland und Härjedalen traditionell betrieben wurde. Die Ziegen, die zurzeit in Jamtli leben, sind eine gemischte Herde aus Tieren vom Skåne Zoo und Tieren, die von einem Bauernhof in Aspås im nordlichen Jämtland stammen. Die Jämtget ist schlanker und feingliedriger als zum Beispiel die herkömmlichere, südlich angesiedelte Göinge-Ziege, und hat auch einen schmaleren Kopf. Sie ist in der Regel weiß, oder auch braun, schwarz oder grau gefleckt. Die meisten Tiere sind gehörnt, es kommen jedoch auch ungehörnte Exemplare vor.
 

Hedemorahönan

Das Hedemora-Huhn ist die nördlichste der heute noch erhaltenen traditionellen Rassen. Es lebt seit Menschengedenken in der Region von Hedemora und war lange Zeit ein traditionelles Hochzeitsgeschenk. Hedemora-Hühner sind in der Regel bläulich gefärbt, schwarz, weiß oder fast weiß, jedoch kommen auch beigefarbige Tiere vor. Ihr dichtes, daunenreiches Federkleid schützt sie optimal vor der kalten Witterung. Die Beine können sowohl unbedeckt sein als auch feine Daunen tragen. Eine Henne wiegt ca. 1,5 bis 2 Kilo, ein Hahn etwa 2 bis 2,5 Kilo.

Die Landwirtschaft in Jamtli

Lillhärdalsgården 1785: auf drei kleinen Parzellen werden Roggen, Hanf und Flachs angebaut. Zwei Parzellen dienen als Weidefläche. Auch Kartoffeln haben wir auf dem Feld – sie sind eine ganz neue Nutzpflanze, die es in der Gegend noch nicht lange gibt.
Die Felder vom Näsgården-Hof 1895 sind größer. Auf ihnen bauen wir Gerste, Gras zum Heumachen und Kartoffeln an, gelegentlich auch Grünfutter und Hafer. Außerdem gibt es einen kleinen Gemüsegarten.
Auf der Hausfarm Per Albin-torpet 1942 bauen wir Kartoffeln, Gras zum Heumachen und Gemüse an. Wir achten streng darauf, dass möglichst nur Saaten von traditionellen Pflanzensorten verwendet werden. Einige von ihnen sind nicht für den organischen Anbau zertifiziert. Wir versuchen jedoch wo immer möglich organische Anbaumethoden zu verwenden. Die Arbeit wird nur mit Pferden und manuell verrichtet.

Ziele der Viehhaltung in Jamtli

Mit Unterstützung der Provinziallandtage (Landstinget) und des Molkereiunternehmens Milko wurde ein Ruhestall für die Tiere in Jamtli gebaut. So konnten die Stallungen und Scheunen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir haben uns aus zwei Gründen für alte Viehrassen entschieden: zum einen, weil unser Museum die historische Landwirtschaft originalgetreu darstellen soll, und zum anderen, weil wir zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen wollen. Einige der alten Rassen werden bereits als bedroht eingestuft, und Jamtli kann ihnen und den zugehörigen Organisationen in seiner Funktion als Modellbetrieb wieder zu mehr Bekanntheit verhelfen.
Ein weiteres unserer Anliegen ist es, Kindern und Erwachsenen den Weg der Milchproduktion und verarbeitung nahe zu bringen. Dank der Unterstützung von Milko konnten wir Milkoland und die Molkerei realisieren, in der u. a. die Herstellung von Käse demonstriert wird. Die Stallungen sind mittwochs und samstags 12.00-14.00 für Besucher geöffnet. Anmeldung für Führungen unter
+46 (0) 63 150 107.